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Martinskirchengespräch


 
 
Das nächste Martinskirchengespräch findet am 23. November 2017 um 19.30 Uhr statt mit Prof. Dr. Gerhard Trabert, Vorsitzender des Vereins „Armut und Gesundheit“ und Dr. Eckart Lensch, dem neuen Mainzer Sozialdezernenten 
 
 
Das »Martinskirchengespräch« ist eine Veranstaltungsreihe der Evangelischen Kirchengemeinde in Jugenheim in Rheinhessen. Eingeladen wird zu Diskussionen über Themen aus dem sozial-, kirchen- und gesellschaftspolitischen Bereich. Die Evangelische Kirchengemeinde will nicht nur zuhören, sondern auch Raum bieten unterschiedlichen Standpunkten Gehör zu verschaffen.
  
Die Kirchengemeinde öffnet mit dieser Reihe ihre Martinskirche für einen Meinungsaustausch mit Politikern, Wirtschaftsvertretern, Künstlern und Wissenschaftlern. Eingeladen werden Experten und Entscheidungsträger, damit auch die Bürgerinnen und Bürger auf dem Dorf diese Meinungsbildner persönlich erleben und kennenlernen, Fragen stellen und mit ihnen aktiv ins Gespräch kommen können.  
Themen, die behandelt werden, sollen möglichst alle Altersstufen betreffen, um auch einen generationenübergreifenden Dialog zu erreichen. Geplant werden nach den Aussagen von Uli Röhm, Mitglied des Kirchenvorstands, keine Veranstaltungen mit Wohlfühlthemen. „Die Kirchengemeinde will nach dem Motto »Mitreden, Mitfühlen, Mitwirken« vor allem solche Themen aufgreifen, die viele bewegen, aber oft nicht ausgesprochen oder nur oberflächlich behandelt werden, ohne die zugrundeliegenden Ursachen anzusprechen.“ Die Zahl der Referenten soll jeweils auf wenige beschränkt sein, damit diesen ausreichend Zeit für die Darlegung ihrer Thesen bleibt und Platz für einen kritischen Disput möglich ist.
  
Für die Jugenheimer Pfarrerin Sarah Kirchhoff ist die Reihe Martinskirchengespräch Ausdruck des christlichen Glaubens. Herz und Hand gehören in einem Leben, in dem ein Mensch auf Gott vertraut, stets zusammen. Um klug handeln zu können, bedarf es des Nachdenkens, des Austauschs und des Streitens. „Das Martinskirchengespräch soll dazu beitragen, dass wir ins Nachdenken kommen. Ich hoffe, dass viele Menschen die Möglichkeit nutzen mit interessanten Personen aus Politik und Kultur in einem kirchlichen Raum ins Gespräch zu kommen. Das Martinskirchengespräch wird die Fragestellung – anders als in den Politiktalks der Fernsehlandschaft – auch aus christlicher Perspektive beleuchten. Das Martinskirchengespräch ist für sie der lebendige Beweis, dass sich die Kirche gesellschaftspolitischen Fragen nicht verweigert, Probleme nicht verdrängt, sondern aufgreift und den politischen Dialog sucht. „Ich wünsche mir, dass diese Reihe von den Jugenheimern angenommen wird und in unserem Dorf auch solchen Menschen eine Plattform bietet ihre Anliegen vorzutragen, die oft nicht gehört werden.“
  
Dr. Klaus-Volker Schütz, Propst für Rheinhessen: „Der Protestantismus ist von seinen Wurzeln her Diskurskultur. Wo kein kirchliches Lehramt die Inhalte verbindlich setzt, muss im freien Austausch geklärt werden, wo man gangbare Wege sieht. Schon 1523 hat Luther von Recht der „christlichen Versammlung“ gesprochen, alle Lehre und Meinung zu beurteilen. Die vom Evangelium verbürgte Freiheit fordert Protestant/innen dazu heraus, Visionen für eine gerechte Gesellschaft zu entwickeln und sich für die Lösung ethischer und sozialer Probleme einzusetzen.“
 
Herbert Petri, Ortsbürgermeister von Jugenheim erklärt zu der neuen Veranstaltungsreihe: „Die Martinskirchengespräche werden künftig das vielfältige Angebot der Vereine, Parteien und Initiativen in Jugenheim hervorragend ergänzen und bereichern. Das für Jugenheim neue Format der Evangelischen Kirchengemeinde greift in zeitgemäßer Form gesellschaftspolitische Themen auf und ermöglicht es Bürgerinnen und Bürgern gerade auch außerhalb der Zentren diese mit zu diskutieren. Die Martinskirche als Rahmen sowie die prominente Besetzung der Referentinnen und Referenten tragen sicher in hervorragender Weise dazu bei, auch ein breites Interesse in Jugenheim und der Region zu erzielen. Ich freue mich auf einen regen Austausch, lebhafte Diskussionen und viele neue Erkenntnisse.“
 
Claus Schick, Landrat Kreis Mainz-Bingen schreibt: „Eine Diskussion lebt davon, dass Argumente vorgebracht, gehört und bewertet, Standpunkte ausgetauscht werden. Diese Gesprächsreihe trägt dazu bei, dass eigene Positionen überprüft und neue Sichtweisen eingebracht werden können. Ich freue mich auf diese Veranstaltungen, denn sie tragen zur Meinungsbildung und damit auch zum gesellschaftlichen und politischen Diskurs bei. Das ist ungeheuer wichtig, gerade in Zeiten, in denen so manches Mal nur der gehört wird, der statt mit Argumenten mit Lautstärke überzeugen will.“